Maria ihm schmeckt´s nicht!

Maria ihm schmeckt´s nicht!

Als Deutschland im wirtschaftlichen Aufschwung der 60er Jahre Arbeitskräfte brauchte kamen viele Gastarbeiter aus Italien, Griechenland oder der Türkei. Diese Gastarbeiter leben zum Teil heute noch in Deutschland und ihre Kinder und Enkelkinder mittlerweile in zweiter oder dritter Generation ebenfalls. Doch was passiert, wenn ein Deutscher in eine italienische Großfamilie einheiratet?

Der Patron

Jan Weiler ist auf dem Weg zu seinen zukünftigen Schwiegereltern, um die Hand der Tochter anzuhalten. Doch der Vater ist Italiener, und hier setzen viele Vorurteile an. Ähnlich eines Paten regiert er die Familie, die Töchter sind das heiligste und potentielle Schwiegersöhne werden kritisch beäugt. Also fast wie bei der Mafia …! Mit solchen Gefühlen begibt sich auch Jan auf den Weg, wird allerdings rasch in die Familie aufgenommen. Und hier beginnen die kulturellen Unterschiede für den Schwiegersohn. Da ist Vater Antonio und seine Familie in Italien, die nätürlich auch rasch besucht werden muss. Und da ist vor allem die Lebensgeschichte von Antonio, die dieser ihm auf einer Kurzreise offenbart.

Fazit:

Maria ihm schmeckt´s nicht! ist eine wundervolle Geschichte eines deutschen inmitten einer italienischen Großfamilie. Diese Großfamilie bestätigt so ziemlich jedes Vorurteil, das man sich vorstellen kann. Der Autor berichtet aus eigener Erfahrung, einige Stellen sind aber gezeichnet. Das Buch ist komisch, sehr gut zu lesen und zeigt einen äußerst sympathischen Familienpatriarchen, der eigentlich gar keiner ist. Das Buch ist zwar schon etwas älter, aber trotzdem auch heute noch lesenswert und aktuell.

In Brasilien gehts ohne Textilien

In Brasilien gehts ohne Textilien

Die Copacabana, die berühmte Christus-Statue oder das Maracana-Stadion. Dazu der Karneval und knappe Textilien am Strand. So stellen wir uns Rio de Janeiro vor. Doch wie ist es, hier zu Leben und zu arbeiten? Sind alle Brasilianer entweder Fussballprofis oder hängen den ganzen Tag am Strand rum?

Eine andere Welt

Andreas Wunn ist Auslandskorrespondent für das ZDF. Als er das einmalige Angebot bekommt, als Auslandskorrespondent von Rio de Janeiro aus für Südamerika zu sein muss er nicht lang überlegen. Denn er hatte schon immer ein Faible für Südamerika. Doch wie lebt es sich in einer der größten Städte der Welt? Und vor allem wie gefährlich ist es? Bandenkriege, Drogen und Favelas sind auch ein Teil dieser Metropole. Doch Wunn beginnt den Lebensstil der Brasilianer, bzw. der Cariocas, zu übernehmen. Er erzählt von der Unaufgeregtheit der Menschen, die so ganz anders ist als die Lebensweise der Deutschen. Ein Deutscher in Brasilien zeigt uns auch was besonderes, denn “In Brasilien gehts ohne Textilien”.

Fazit:

Nachdem ich jetzt schon dem zweiten Auslandskorrespondenten auf seine Reise gefolgt bin kann ich feststellen, dass auch dieses Buch Fernweh hervorruft. Der Autor bringt uns seine Erfahrungen näher, nimmt uns mit in die Tiefen dieser Stadt und zeigt sowohl die schönen als auch die weniger schönen Gegenden von Rio. Gerade zur Vorbereitung auf die Fussball-WM und die Olympischen Spiele sollte man dieses Buch lesen um die Lebensart und die Mentalität der Brasilianer zu verstehen. “In Brasilien gehts ohne Textilien” ist lesenswert.

Arrivederci, Roma

Arrivederci, Roma!

Familie Ulrich ist mittlerweile in Rom und bei den Römern angekommen. Doch irgendwie fehlt noch etwas. Richtig, es gibt ja auch noch andere Regionen Italiens, die Stefan noch nicht gesehen hat. Es gibt nämlich 17 davon. 17 Regionen, die Stefan teils allein, teils mit seiner Familie bereist. Von Südtirol bis nach Sizilien, die Reise führt durch ganz Italien. Und am Ende steht ein Abschied bevor, ein Abschied aus Italien. Denn Stefan erfährt, dass seine Zeitung ihn als Korrespondenten nach Paris schicken wird. So heisst es irgendwann: Arrivederci, Roma!

Aber bis dahin hat Stefan noch viel zu berichten, vom Besuch eines Fussballspieles der Roma bis hin zur Berichterstattung aus einem Erdbebengebiet. Auch diesmal spielen wieder seine Frau Antonia, die Kinder Bernadette und Nicholas sowie die Meerschweinchenfamilie um Jakob Brödler eine wichtige Rolle.

Fazit:

Auch diesmal nimmt uns der Autor wieder auf seine Weise mit in sein Italien und auf die Reise. Mam merkt sofort, wie viel ihm an Italien liegt und wie sehr er die Lebensweise zu schätzen gelernt hat. Gleichzeitig nimmt er auch einige Dinge kritisch, aber augenzwinkernd unter die Lupe. Arrivederci, Roma liest sich wie ein Urlaubsführer, der die Schönheiten eines Landes auch in eher abgeschiedenen Ecken zeigt. Das erste Werk, Quattro Stagioni, hat mir aber hier ein bisschen besser gefallen da man mehr von der italienischen Mentalität und der Lebensweise erfährt. Trotzdem würde ich dieses Buch wieder lesen.

News vom 23.10.2013

eBook-Reader oder klassisches Buch?

So langsam fangen meine Bücherregale an, unter der Last zu ächzen und zu stöhnen. Immer neue Bücher müssen gekauft, bestenfalls sofort oder später, gelesen und in das Regal einsortiert werden. Leider kann ich mittlerweile nicht mehr sortieren. Das thematische zuordnen der neuen Bücher führt dazu, andere Bücher zu verschieben oder umzupacken. Die Bücher sind mittlerweile nicht mehr händelbar. Verkaufen kommt für mich nach dem auslesen bisher nicht in Frage, wobei auch das für die Zukunft eine Option sein könnte. Im Keller liegen in verschiedenen Umzugskartons noch Bücher meiines Vaters. Ich habe es bisher nicht übers Herz gebracht, diese abzugeben oder der Altpapiertonne zuzuführen. Da ich aber auch zukünftig meinem Drang, der ähnlich ausgeprägt ist wie das weibliche Klamottenkaufsyndrom, nachgehen werde und interessante Bücher nicht einfach im Buchladen lassen kann müssen neue Ideen zur Lagerung her.

Die erste Idee, die mir da in den Sinn kam, habe ich schnell wieder verworfen. Der Kauf weiterer Bücherregale stellt mich vor das Problem des Platzmangels. Jetzt könnte man meinen, ein Bett, ein Schrank und ein Kühlschrank wären neben 30 Bücherregalen vollkommen ausreichend. Bei dieser Rechnung müsste ich aber ganz schnell feststellen, das Alleinleben sehr einsam macht.

Da ich, wie bereits erwähnt, meine Bücher bisher nicht verkaufen wollte, muss ich mich wohl oder übel mit dem Thema eBook-Reader auseinandersetzen. Meine ersten Versuche, Bücher digital zu konsumieren, sind bisher nicht auf Gegenliebe gestoßen. Vielleicht war aber auch nur die falsche Technik im Einsatz. So werde ich mich in den nächsten Wochen einmal intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen und euch darüber informieren. Vielleicht könnt ihr mir ja Tipps geben, um auf dem undurchsichtigen Anbietermarkt durchzublicken. Welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht oder warum habt ihr bisher ebenfalls den Sprung ins 21. Jahrhundert des Lesens verweigert?

Ich freue mich auf eure Tipps und Hinweise entweder über die Kommentarfunktion, oder per eMail, Twitter oder Facebook von euch zu hören.

Quattro Stagioni

Quattro Stagioni

Quattro Stagioni

Rom – epochale Geschichte, antike Bauwerke und La Dolce Vita. Die Hauptstadt Italiens beherbergt viele Schätze, vom alten Kollosseum bis zu kleinen Kirchen und sogar der kleinste Staat der Welt ist hier zu Hause. Der Vatikanstaat mit seinem Petersdom, der viele Gläubiger weltweit magnetisch anzieht. Das Leben in Rom verbindet man aber auch mit viel Kriminalität, protzenden Staatsmännern und gutem Essen, nicht nur der gleichnamigen Pizza Quattro Stagioni.

Der Traum von Rom

Stefan Ulrich ist seit Kindheitstagen Italien-Fan. Als er als junger Student dann auch noch seine Liebe zu Rom entdeckt steht für ihn fest, das er in dieser Stadt einmal leben möchte. Dieser Traum erfüllt sich, als er das Angebot bekommt als Italienkorrespondent für die Süddeutsche Zeitung in Rom zu arbeiten. Seine Frau Antonia teilt seine Begeisterung und gibt für ihn vorübergehend ihren Beruf als Richterin auf. Und so ziehen die beiden mit ihren Kindern Bernadette und Nicholas in die italienische Hauptstadt.

Der ganz normale Wahnsinn

Direkt nach ihrer Ankunft erlebt die Familie, dass das Leben in Rom anderen Gesetzen gehorcht als sie es aus Deutschland kennen. Die Wohnung entpuppt sich als Ruine, die Behörden treiben sie in den Wahnsinn und profane Dinge wie ein Telefon- und Internetanschluss sind nicht so einfach zu bekommen. Aber ganz allmählich werden die vier heimisch und lernen Land und Leute kennen und lieben. Besonders Hausmeister Filippo und seine Frau helfen der Familie und stehen in allen Notlagen für sie zur Verfügung.

Fazit:

Das erste Buch von Stefan Ulrich beschreibt sein erstes Jahr in Rom. Es ist mit viel liebe zum Detail geschrieben. Ich habe sehr schnell gemerkt, das ihm die Stadt sehr ans Herz gewachsen ist, in Quattro Stagioni aber auch die nicht so schönen Seiten seiner Stadt mit einem Augenzwinkern aber auch sehr kritisch beschrieben werden. Dieses Buch musste ich lesen, da das aktuelle Buch Bonjour la France mich mit auf die Reise der Familie Ulrich genommen hat und es mir wirklich Spass gemacht hat zu erfahren wie das Leben in einer fremden Stadt sein kann. Für mich ist auch dieses Buch absolut lesenswert.

 

Plan D

Plan D

Plan D

Wie würde die DDR aussehen, wenn es sie heute noch geben würde? Hätten die Menschen, die in einer Planwirtschaft leben, ebenso den technischen Fortschritt mitgemacht wie wir es heute kennen? Wer wäre heute Staatschef der Deutschen Demokratischen Republik? Viele dieser Fragen könnten wir nicht beantworten, wenn es den Plan D nicht geben würde.

Ein Toter Berater

Im Jahr 2011 wird ein ehemaliger Berater des Staatschefs Egon Krenz tot aufgefunden. Ist die Stasi in diesen Mord verwickelt? Da die DDR kurz vor der Staatspleite steht darf der Mord nicht mit der Staatssicherheit in Verbindung gebracht werden. Der Ostberliner Martin Wegener von der Volkspolizei soll gemeinsam mit seinem westdeutschen Kollegen Richard Brendel die Tat aufklären. Doch neben der Mordaufklärung finden die beiden die Gründe für den Niedergang der DDR heraus.

Fazit:

Plan D ist ein mit starker Ironie erzählter Krimi der uns vor Augen führt, wie es heute in Deutschland, vor allem in den neuen Bundesländern, zugehen würde wenn es den Mauerfall 1989 nicht gegeben hätte. Vom selbst gefertigten Handy über den Nachfolger des Trabant, die Geschichte der DDR wird weiter geschrieben und voller witziger Anekdoten und Zeitgeschichte gespickt. Während die Idee, die DDR wieder aufleben zu lassen wirklich komisch ist, ist der Kriminalfall doch eher nebensächlich. Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen.